FART OF THE DAY - Von glücklichen Kühen und veganen Schnitzeln….

Ich bin seit Jahrzehnten in der Gastronomie tätig. Reicht eigentlich schon als Aussage und Statement, Artikel beendet. Der Witz ist angekommen…..
Ist natürlich nur ein Scherz. Ich weiß gar nicht ob euch ( Gastronomen,  Beschäftigte, Leidensgenossen und „Mitgäste“) das auch aufgefallen ist. Der Gast an sich hat sich verändert, und damit meine ich nicht evtl. kurzfristig auftretende „Allergie-Attitüden“, sondern grundsätzlich und im wesentlichen?!?!
Deswegen und aus aktuellem Grund meine Top-Ten der „geliebtesten“ Gäste „ever“…




Platz 10
Der Yute-Typ
Besagter Gast (Typ) betritt das Lokal schon mit der festen Absicht sich und die Welt um Ihn herum durch sein Karma auf eine höhere Daseins-Stufe zu heben. Aus diesem Grund bemängelt er zuerst einmal das weder handgemolkene Yak-Milch noch mundgeklöppelter, in Butter gegarter, Maisbast auf der Karte zu finden sind. Anyway… der leidgeprüfte Kellner muss nun in die Küche und dort zwischen den Fronten vermitteln.Dort ist man natürlich leicht genervt. Yute ist nicht der einzige Gast es gibt noch viel mehr zu tun. Aber man versucht trotzdem alles aufzubieten was evtl. „grün“ gesiegelt ist.Zwecklos nichts ist passend, jeder Vorschlag obsolet…. Nach endlosem Hin- und Her bestellt er …. na was ? Schnitzel und Pommes. Koch und Kellner schütteln den Kopf und sinnieren über die Existenz von Parallel-Universen….

Platz 9
Der Allergie Typ
Nur vorneweg dieser Text schließt alle aus die tatsächlich allergisch auf einige Lebensmittel reagieren.
Entsprechend seit einiger Zeit geltender Vorschriften machen die Allergen-Listen mittlerweile jede Speisekarte zu Romanen die Remarques „Im Westen nichts Neues“  von der Seitenanzahl durchaus Paroli bieten können.Über Sinn und Unsinn zu streiten , na ja lassen wir das….Was immer die EU will, ist ja beim dampfen nicht anders.Besagter Typ betritt das Lokal bereits mit leidender Miene. Die Umwelt soll schließlich sehen das er leidet, an sich , an allem und überhaupt.Bei der Bestellung werden dann die Allergien ins Feld geführt und zwar in einem Maße das der Küche lediglich das Angebot einer lauwarmen Tasse Wasser als Alternative bleibt. Das ist natürlich nicht im Sinne unseres „allergischen Gastes“ und da trennt sich die Spreu schnell vom Weizen. Da schlemmen Gluten-Allergiker mal eben Kaiserschmarrn aus nicht glutenfreiem Mehl. Der Gast der eben noch extremst allergisch auf Hülsenfrüchte reagiert hat nimmt die Suppe von roten Linsen mit Rauchlachs und so weiter…..und so weiter….

Platz 8
-Der Protzer
Diesen Typ kann man nicht übersehen. Dafür sorgt er notfalls verbal. Herr „Wichtig“ betritt das Lokal. Und wenn nicht alle Augen und sämtlich verfügbares Personal sofort (am besten noch vorher) an seiner göttlichen Existenz hängen dann knallts, aber richtig. Da werden notfalls auch mal andere Gäste lautstark darüber informiert das man wichtig ist. Ob diese das abschreckt oder nicht, egal… Man bestellt generell was nicht in der Karte steht, der Wein muss reklamiert werden obwohl man nicht mal einen Grauburgunder von einer Fanta unterscheiden kann. Das Treffen mit diesem Gast gipfelt dann durchaus  in Verhandlungen ob man nicht im Preis was nachlassen kann, denn immerhin hat er ja 2 Wein getrunken da muss ja ein Rabatt drin sein….

Platz 7
-Der „ich-liebe-euch-doch-alle-Typ“
Jovial, triefend vor Verständnis für das arme geplagte Personal in der Gastronomie, so kommt dieser Gast auf uns zu, um im nächsten Augenblick seitenlange Beschwerdebriefe an die Geschäftsleitung zu verfassen. Zum Glück, um mit Grimzek´s Worten zu reden, ist dieses „possierliche Tierchen“ recht selten.

Platz 6
-Der Motzer
-ist ganz einfach zu erkennen. Er regt sich einfach über alles auf. der Stuhl steht zu weit nach Norden, das Glas ist zu voll oder zu leer. Der Teller ist zu heiß oder zu kalt. Die Portion zu groß oder zu klein. Merkwürdigerweise ist genau der Typus Gast der, der ständig auftaucht und immer da ist. Warum zum Teufel, gibts keine anderen Lokale??

Platz 5
-Der „Stammgast“ der den Laden gekauft hat
Dieser Gast ist ein ganz spezieller. Er hat nämlich die Funktionsweise eines Gastronomie-Betriebes noch nicht wirklich verstanden. Im Gegenteil er ist der Meinung mit jedem verzehrten Artikel erwirbt er „Anteile“ am Geschäft. Natürlich versteht es sich ganz von selbst das der komplette Personalstamm sich nur um Ihn kümmert egal wie viel Leute im Laden sitzen und selbstredend sind seine Wünsche in jeder Hinsicht zu erfüllen. Egal wie kompliziert das ist. Denn schließlich existiert das Geschäft nur für Ihn und seine kruden Wünsche. Tatsächlich ist man gegen diese Art von Realitätsverzerrung ziemlich machtlos, weswegen dieser Typus Gast fürs Personal eine Persona non grata ist. Leider wird Ihm das eher selten bewusst….

Platz 4
-Der „Ich check gar nichts Typ“
Folgende Situation . Man ist im Supermarkt alle Kassen sind offen aber trotzdem stehen  mal eben 20 Mann vor einem. Man erkennt in dieser Situation , ok das dauert eine Weile… Nicht so in einem Restaurant. Alle Tische besetzt. Die Kellner schwer gehetzt am rudern. Dieser Typus Gast schafft es trotzdem unter Negierung aller offensichtlichen Fakten folgenden Satz anzubringen: “ Mein Bus fährt in 10 Minuten ich hätte gern das Drei-Gang Menü aus Ihrem Tagesangebot….“ (Inhaliert der sein Essen?)
Ohne Worte…..

Platz 3-2 und 1
-Der Reinplatzer
Dieser Typus hat wirklich die ersten drei Plätze verdient, ehrlich. Nennen wir Ihn mal Müller-Meyer-Schulze. MMM arbeitet selbst irgendwo am Fließband, im Büro oder sonstwo. Er hält auf pünktliche Beendigung seiner Schicht, seines Arbeitstages oder was auch immer. Pünktlich zur gegebenen Zeit lässt er alles fallen und begibt sich nach Hause.Dort angekommen beschließt er ein Lokal aufzusuchen. Soweit so gut. Aber als Gast sind Ihm Arbeitszeiten vollkommen egal. Man ist ja schliesslich Gast. Selbst im Wissen darum das , sagen wir mal Küchenschluss um xx.xx Uhr ist bestellt er 5 Minuten vor Schluss noch ein Drei- Gänge Menü. Zum Glück passiert Ihm das nicht bei seiner Arbeit, wer weiß wo sonst unsere Wirtschaft stünde ……
Und wenn Ihr euch jetzt fragt wo die glücklichen Kühe und veganen Schnitzel sind ….., die verstecken sich im Text 🙂 .

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