Dampfen - so war das früher

Irgendwann im April 2010 nahe der Stadtgrenze von Böblingen.... ach halt nee war ja doch Wittenberg. Ich stand entspannt an der Haustür, aus dem linken Mundwinkel hing die unvermeidliche Zigarette und das pfeiffen meiner Bronchien wetteiferte mit dem Gesang der ersten geflügelten "Heimkehrer". Sie gewannen, ich konnte die Melodie nicht halten....
Was hatte ich da gemacht? Auf den Postboten gewartet der mir meine erste E-Zigarette (damals nannte das niemand Dampfe) bringen sollte. Was er auch tat. Leider habe ich kein originales Bild mehr von dem Teil aber sie sah ungefähr so aus:

Muster ;-)

Typische Cigalike eben. Ich weiß noch das ich die Verpackungen aufgerissen habe ( ja ich hatte mehere gekauft man weiß ja nie...) und erstmal alle Steckdosen die frei waren belegt. Lange hat das laden der Teile nicht gedauert, das spezielle Modell hatte glaube ich einen Akku mit 250 mAh. Filterkartusche drauf (Typ Tabak 18 mg/ml).
Der erste Zug. Nachdem ich den Hustenanfall niedergekämpft hatte und den Geschmack von alten Socken mit Kaffee weggespült war entfuhr es mir : "Dit qualmt ja gar nich richtig!" also mit Todesverachtung nochmal dran genuckelt. Selbes Ergebnis. Wenn was nicht klappt wird ja jeder mal eben zum Heimwerker also hab ich so eine Kartusche auseinandergenommen, der Fehler konnte ja nur dort verortet sein. Noch ein paar Minuten weiter saß ich ratlos vor einem Stück Watte (nahm ich zumindest an) das in irgendeiner Flüssigkeit getränkt war und einigen Schnipseln Plastik. Ich hatte nicht den geringsten Schimmer wie so ein Teil funktioniert. Allerdings war mir beim Inhalt der Kartusche und dem dafür gezahlten Preis eins sofort klar, warum der Bauch so warm war. Da hatte mich nämlich jemand in einem Affenzahn übern Tisch gezogen!
Mülleimer auf - Geschichte vorbei, für ein paar Monate zumindest. Irgendwas hatte sich da im Hinterkopf festgesetzt.Und glaubts oder glaubt es nicht ich habe tatsächlich nochmal so ein Teil gekauft. Ich sag nur Homeshopping.
Aber ich hatte vorgesorgt, aufgeben kam diesmal nicht in Frage. Alles an Zigaretten hatte ich vernichtet, vorsorglich sogar alle Aschenbecher entsorgt. Das Ergebnis war zwangsweise nicht dasselbe. Auch die "neue" schmeckte widerlich und verursachte nah am Tod liegenden Reizhusten. Also was tun?
Knapp 2 Jahre vorher kam die Joye 510 auf den Markt. Damals hochgelobt. 2010 drängte langsam das Folgemodell Ego-T (Joyetech) auf den Markt also hatte ich mir selbige besorgt. Ich glaube die hatte damals jeder, kam mir zumindest so vor.

Joyetech Ego-T

Mit der Ego-T fing alles an, also so richtig. Damals war das Modell das Nonplusultra. In den langsam enstehenden Foren und Facebook Gruppen schwadronierte man über die Vorteile dieses Modells obwohl die meisten genau wie ich nur den Vergleich zu den Cig-a-likes hatten. Egal es hatte Spass gemacht. Heute würde das Teil bei einem Review gnadenlos durchfallen. Aber es fing ja gerade erst alles an......

In der Folgezeit kamen andere Firmen dazu obwohl Joyetech noch eine ganze Weile den Markt beherrschte. Plötzlich gab es Cartomizer,Clearomizer usw. und so fort. Das wesentliche Thema bei allen Geräten war das siffen. Ich hatte kein Modell das nicht auf die eine oder andere Art unter sich machte. Da grinst mal schon mal wenn man heute in Foren liest:" HILFE an meinem Tank bildet sich an der AirFlow nach einer gewissen Zeit ein Tropfen Liquid...."
Erstens hätten wir damals gar nicht gewusst was eine AirFlow ist und zweitens war man froh wenn sich der gesamte Tankinhalt über Nacht nicht auf dem Schreibtisch oder im Regal verbreitet hatte. Aus der Zeit stammt auch noch die Sitte siche eine Rolle Küchenkrepp auf den Schreibtisch zu stellen. Die steht auch heute noch da nur gebraucht wird sie eigentlich nicht mehr wirklich.

Irgendwann bin ich dann zu Innokin übergelaufen die hatten einfach die schöneren Modelle.

i-Taste 134 und coolfire 1

Da immer mehr vernünftige Tankverdampfer zu haben waren und der Liquidbedarf mit steigender Leistung der Geräte auch zunahm kam man dann irgendwann auch nicht mehr am selbtmischen vorbei. Und das war zumindest bei mir früher noch ein Ritual. Erst hatte ich alles bereitgestellt was man so brauchte Nic-Base, Aromen, Trichter, Spritzen, Pipetten, Aufkleber, Fläschchen und und und... Und dann wurde abgemessen, geschüttel, gerührt ein Gebet rezitiert, ok das nun nicht.
Tja und heute nimmst du einen Shot, die Pulle mit Base und Aroma , Shot rein, schütteln und fertig.
Shake´n Vape eben. Gefällt mir das besser, nöööööö ich bin n Nostalgiker ;-).

Dann wurde selbstgewickelt denn die ersten Selbswickelverdampfer (steife deutsche Abkürzung SWVD) die halbwegs funktionierten waren zu haben. Also rein ins Abenteuer. Wichtigstes Utensil ein Nagel und gute Glasfaserschnur. Wenn man sich mit Gleichgesinnten unterhielt hieß es meist " wickel mal so 5-6 mal rum aber nich zu feste das du die Schnur nicht abklemmst" Punkt.
Heute heißt es:" Hab heut meinen RTA gewickelt, Velocity-Style Deck mit Staggered Fused Clapton und Angorarabbit"
Joooooooooo

Noch ein bisschen weiter begann das Tube-Mod Sterben. So wie es früher nur Tube-Mods gab, gibt es heute fast nur noch Box-Mods. Warum die Tube sterben musste?  Keine Ahnung. Ein Asteroid war es nicht das weiß ich sicher.

Mit der höheren Leistung der Akkuträger kam das nächste "Problem". Die Spitbacks - also heißes Liquid das durch die plötzlich hoch ansteigende Temperatur nach oben durchs Mundstück geschleudert wurde und für einen leckeren Geschmack sorgte und sorgt. Aber so schlimm kann es ja nicht sein da man heutzutage das Liquid auf die Hand tröpfelt um genußvoll daran zu lecken.....

Man kommt man sich manchmal soooooooooo alt vor ^^. Egal Spaß macht es immer noch.


Bis die Tage

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